18 - Kakuranger
Japanische Veröffentlichung: 1994 - 1995
Mighty Morphin Power Rangers / Alien Rangers (Staffel 3) US-Veröffentlichung: 1995 - 1996
EU-Veröffentlichung: 1996 - 1997
Serien Zords 4
Special Editions Sondereditionen 3
Meine Gedanken zur Staffel:
In der dritten Staffel wanderte das Zord-Thema nach Japan. Nach Dino- und Thunderzords hielten nun die Ninja- und Shogunzords Einzug, was den stärksten stilistischen Wandel innerhalb der Mighty Morphin Power Rangers darstellte. Statt Dinosauriern oder Fantasiewesen dominierten nun klar japanisch inspirierte Designs, die sich bewusst von allem unterschieden, was zuvor zu sehen war.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der dritten Staffel ist der erstmalige Wechsel des Hauptzords innerhalb der laufenden Serie. Zu Beginn stand mit dem Kakure Daishogun zunächst ein neues Zord-System im Zentrum. Im weiteren Verlauf der Staffel wurde dieser jedoch durch den Muteki Shogun abgelöst, der fortan die Rolle des Hauptzords übernahm. Damit wurde erstmals der Fokus innerhalb einer Staffel bewusst verlagert und mit unterschiedlichen zentralen Megazords gearbeitet.
Mit Ninjaman wurde in der dritten Staffel zudem erstmals ein Zord eingeführt, der eine klare Sonderrolle einnahm. Er existierte unabhängig von den übrigen Zords, konnte nicht mit ihnen kombiniert werden und fungierte vielmehr als unterstützende Einheit. Damit war Ninjaman der erste von mir so bezeichnete „Helper“ , der bewusst außerhalb der klassischen Kombinationslogik stand. Diese Trennung von Hauptzords und unterstützendem Zord stellte ein neues Konzept dar und erweiterte das Zord-System um eine zusätzliche Ebene.
Ein entscheidender Unterschied der Shogunzords lag in ihrer Gestaltung. Anders als die vorherigen Zords stellten sie keine einzelnen Tiere oder Fantasiewesen dar, sondern besaßen eine stark abstrahierte, humanoide Form. Diese reduzierte, fast rüstungsartige Erscheinung verlieh ihnen eine ganz eigene Identität und hob sie deutlich von den organischeren Designs der Dino- und Thunderzords ab. Gerade dieser Bruch machte sie für viele Fans zunächst ungewohnt, für mich aber umso spannender.
Gerade aus Sammlerperspektive ist die dritte Staffel besonders interessant, da sich hier Unterschiede zwischen den US/EU- und den japanischen Versionen deutlicher zeigen als zuvor. Abgesehen von allgemeinen Qualitätsunterschieden gibt es häufig kleinere farbliche Abweichungen. Ein bekanntes Beispiel ist der Dairen'oh, dessen Löwenkopf in der EU- und US-Version schwarz gehalten ist, während er im japanischen Original grün erscheint.
Beim Muteki Shogun fällt ein besonders markanter Unterschied auf. Abgesehen von Sondereditionen oder koreanischen Versionen handelt es sich hierbei um den einzigen mir bekannten Fall, bei dem ein Zord in einer komplett anderen Farbe umgesetzt wurde. In der EU- und US-Version besteht der rechte Arm aus dem klassischen Pink Shogunzord , passend zur Pink Rangerin. In der japanischen Originalfassung hingegen ist dieser Arm ein weißer Shogunzord .
Der Grund für diese Abweichung liegt weniger im Spielzeug selbst als vielmehr in der Serienadaption. Für die westliche Version wollte man das vertraute Fünf-Farben-Schema aus den ersten beiden Staffeln beibehalten, bestehend aus Rot, Blau, Gelb, Schwarz und Pink. Im japanischen Originalteam existierte jedoch keine Pink Rangerin mehr, weshalb dort stattdessen ein weißer Ranger Teil des Teams war. Diese Entscheidung macht den Muteki Shogun rückblickend zu einem besonders spannenden Beispiel dafür, wie stark sich Serienlogik und Toyline gegenseitig beeinflussen konnten.


